Wie kam es eigentlich zum ß-Wettbewerb?
Der ß-Wettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern ist nur ein Stück von der Kuh. Der Rest ist in der Bundesrepublik verteilt. In Schleswig-Holstein die Ohren, die Klauen am Bodensee und der Po in Berlin. Genau hier ist das Kalb auch geboren. Gepaart haben sich dazu die Jugendpresse Deutschland und die Kultusministerkonferenz.
Heraus kam der erste bundesweite Schülerzeitungswettbewerb, bei dem nicht nur Gymnasien die Preise abräumen. Das heißt, es gibt für jede Schulart so etwas wie den Wettbewerb im Wettbewerb – und dann gewinnt die beste Schülerzeitung der Grundschulen, die beste der Regionalen Schulen, der Förderschulen, der Berufsschulen und auch der Gymnasien.
Doch wie kamen die Nasenlöcher jetzt nach MV, das Euter nach Hessen und der Pansen in die Lüneburger Heide? Das Kalb wurde halbiert, geviertelt, geachtelt und schließlich gesechszehntelt – und doch nicht geschlachtet. Denn die Teile wurden ab 2004 auf die Bundesländer verteilt, wo jeweils der regionale Jugendpresseverband zusammen mit dem Bildungsministerium um das Stück Kuh einen neuen landesweiten Wettbewerb gestalteten.
Diese regionalen Wettbewerbe senden ihre Auslese am Ende wieder nach Berlin, wo sich jedes Jahr im Mai die besten Schülerzeitungsredaktionen der Republik treffen und zu Preisträgern im Bundeswettbewettbewerb gekürt werden.
In Berlin werden sechs Hauptpreise und Sonderpreise vergeben. Die Nase vorn haben dabei Baden-Wüttemberg und Bayern, die einen Großteil der Preise erhalten. Das liegt zum einen an der Jahrzehnte langen Schülerzeitungstradition und zum anderen an finanzstärkeren Sponsoren, die den Druck in Farbe ermöglichen.
Mecklenburg-Vorpommern ist noch ein junges Schülerzeitungsland. Noch frischer ist der landesweite ß-Wettbewerb. Natürlich wünschen wir uns auch einen Platz auf dem Treppchen in Berlin. Aber im Mittelpunkt stehen die Inhalte und Beteiligung, für die Schülerzeitungen an MVs Schulen sorgen. Wir legen Wert darauf, dass die Jury ausreichend Zeit zum LESEN hat und die Preise nicht anhand bunter Titelblätter vergibt. Der Höhepunkt des ß-Wettbewerbs ist die Preisverleihung: Die stolzen Redakteure freuen sich über die Anerkennung und der Austausch zwischen den engagierten jungen Leuten aller Schularten macht Spaß!
1. Landesweiter Schülerzeitungswettbewerb 2005/06
Preisträgerquote 30%
Kurz nach Nikolaus stapelten sich 19 buntverschiedene Schülerzeitungen im Rostocker Büro. „BRIT“, „Claus“, „Objektiv“, „USE“, „Schillerkurier“, „Buschfunk“, „Sado“, „Exmonte“, „Blitz“ und Artgenossen nahmen dann am 23. Januar den InterCity nach Schwerin. Der Haufen Schülerprintmedien redete aufgeregt, poste herum oder putzte sich heraus.
Es war der Tag der Entscheidung: Die siebenköpfige Jury lobte, kritisierte und entschied. Bei Kuchen, Kaffee und Tee startete man bei den Grundschulen und ließ nach fünf Stunden die Gymnasien hinter sich: Finger blättern Seiten, Augen mustern Bilder, Köpfe lesen Interviews, Gesichter lachen, Münder kommentieren und bewerten. Der Inhalt steht im Vordergrund, die Darstellung des Schullebens und die Interessenvertretung der Schülerschaft ist sind wichtig. Trendig steht gegen Underground. Das neue Maskottchen macht der Jury Spaß. Ein Hochglanzcover hinterlässt Eindruck…
Schnittchen im Schloss
Die Preisverleihung folgte am 26. April 2006 im Schweriner Schloss. Neben Preisen und Lobreden wurden drei kurze verschiedenen Diskussionsrunden angeboten:Vornehmer Festsaal im Schloss, Lobreden und Ansprachen, Urkunden und Blumensträuße überreichen – und doch keine gelangweilte Steifheit.
Wirklich nicht. Es war richtig schön. Ein freundliches Zusammen-Schnittchen-Essen wurde von aufgeregt sympathischen Vorstellungen der Redaktionen auf der Bühne gefolgt. Da waren 70 junge Zeitungsmacher im Schloss - auf der Bühne, sie bekamen Applaus und Anerkennung für ihr Engagement. Das haben sie verdient und sie haben sich drüber gefreut.
Sechs von zwanzig Einsendungen wurden ausgezeichnet! Der Preisträger im Landeswettbewerb in der Kategorie Förderschulen ist „Der Kobold“ aus Behrenshoff. In der Kategorie Gymnasium standen die „SuSuRRI“ aus Rostock(3. Preis), die „Unique“ aus Lübz(2. Preis) und der „KIEKER“ aus Pasewalk(1. Preis) auf dem Podest. Der „Stichling“ aus Bad Doberan erhält eine Sonderauszeichnung für das Layout. Die „Knuutsch“ aus Schwerin wird in der Kategorie
Regionale Schulen ausgezeichnet.
„KIEKER“, „Unique“ und „Der Kobold“ werdem an den Bundesschülerzeitungswettbewerb der Länder weitergereicht.
Preisträger + Laudationes
1. Preis in der Kategorie Gymnasium - Kieker
Mit fünf Jahren kam ich in die Schule. Ich wurde hier und da ein wenig aufgepäppelt, bekam ab der dritten Klasse Russisch als erste Fremdsprache, war Musterschülerin und später dann nicht mehr. Ich habe zigfach die Schule gewechselt, aus den unterschiedlichsten Gründen? Doch an keiner meiner besuchten Schulen gab es eine Schülerzeitung oder etwas, was man als solche erkennen konnte. Ich erinnere, dass ich mich immer wieder darüber ärgerte, es aber nie schaffte, diesen Missstand selbst zu beheben. Ich glaube, ich war auch einfach ein bisschen zu faul? Nicht zuletzt diese ? spätere ? Erkenntnis begründet meine Begeisterung und Bewunderung für junge Menschen, die fernab jeglichen Kommerzgedankens sich und ihre Umwelt reflektieren.
Häufig mit ganz geringen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Ganz so gering scheinen die Mittel beim Kieker, der Schülerzeitung des Oskar-Picht-Gymnasiums in Pasewalk, nicht zu sein. Der Kieker tritt selbstbewusst mit einem absolut marktfähigen Layout auf, ist prall gefüllt, ein Gute-Laune-Blatt, das unzählige Lobpreisungen verdient. Und jetzt auch bekommt:
Der Kieker lag am Tag der Jurysitzung zwischen all den anderen ausgebreiteten Schülerzeitungen auf dem Tisch. Die hochkarätige Jury ließ ihren Blick schweifen – und fast gleichzeitig griffen alle nach dieser Zeitung. Es sind die Kleinigkeiten, die sich in jeder Ecke, am unteren Rand, als Extra-Beilage wieder finden. Die Brechtüte zum Selberbasteln, der Aufruf zur Rettung der Eselsohren, der rote Faden als Lesezeichen, die kostenlosen Kleinanzeigen wie „Suche gute Entschuldigung für Fehlen am 30.11.04 in Geo bei Frau Heune“, „Suche Raum 309“, „Suche sympathische, interessierte Schüler für Deutsch LK 2005/2006.“ Aber auch geboten wird so einiges: „Biete lecker Butterbrote. Mutti.“
Die letztjährige Kieker-Dreifach-Ausgabe Nummer 343536 – ganz nebenbei habe ich erst gestern begriffen, dass es sich nicht um eine Nummerierung à la Götz Alsmann „dreihundertdreiundvierzigtausendfünfhundertsechsunddreißig“ handelte, erschien in einer Auflage von 250 Stück. Das heißt, 250 mal ein Eselsohr knicken, 250 mal einen roten Bindfaden anbringen, 250 mal ne CD und ein Notizblock rein… Ganz nebenbei erst einmal die Erstellung der beigelegten CD mit Nachrichtensendung, Reportagen, Videos, Musik…
Das Erfrischende am Kieker: Die Macher nehmen sich und das, was um sie herum geschieht, nicht so ernst. Fast noch erfrischender ist allerdings: Die Lehrer tun es auch nicht.
Herzlichen Glückwunsch!
Marieke Sobiech, Journalistin und Fotografin
2. Preis in der Kategorie Gymnasium - Unique
Unique (einzig, einzigartig) dieser Name ist zugleich Motto und Programm. Aus den Schülerzeitungen, die zur Jurysitzung vor uns ausgebreitet waren, fiel diese bereits durch ihr Titelbild und die äußere Gestaltung insgesamt positiv aus dem Rahmen: das Layout ist ausgefallen, durchgehend anspruchsvoll gestaltet. Das Stichwort dazu: freakig!
Es gibt eine wohltuende Übereinstimmung zwischen Inhalt und äußerer Form. Die Themenvielfalt reicht von aktuellen Berichten aus dem Schulleben, wie es sie auch in anderen Schülerzeitungen gibt, bis hin zu jugendrelevanten, auch unbequemen oder heiklen Themen. Unique ist randvoll mit Informationen gespickt, die auf ihre Leserschaft abgestimmt sind. Besonders gefiel der Jury außerdem, dass die Autoren frech, lustig und mit Nachdruck ihre Leser zu einem Feedback und zu selbstverantwortlichem Handeln auffordern.
Die Jury war und ist von der Gesamtpräsentation dieser Schülerzeitung so überzeugt, dass sie sie für die Bundesebene, den Schülerzeitungswettbewerb der Länder nominiert und weitergereicht hat.
Von der Landesjury wurde für Unique der 2. Landespreis in der Kategorie „Gymnasien“ vergeben.
3. Preis in der Kategorie Gymnasium - SuSuRRi
Text und Bild werden in Kürze ergänzt.
Sonderpreis Layout - Stichling
Eine Zeitung ist ein Gesamtprodukt. Da gibt es mehr als nur den Text. Sind die Artikel geschrieben, ist der Layouter gefragt. Er sucht die Bilder aus, bestimmt die Größe der Überschrift und legt Kopfzeilen und Seitenzahlen fest. Denn der Leser soll sich zurecht finden, die Seite soll ihn ansprechen und den Blick auf den Text lenken.
Das alles vereint der Stichling aus Bad Doberan. Die Zeitung orientiert sich an einem Grundlayout, wie es auch die professionellen Medien handhaben. Die Jury zeigt sich davon beeindruckt und überreicht dem Stichling einen Sonderpreis für das Layout.
1. Preis in der Kategorie Förderschule - Kobold Falko
"Der Kobold ist der Hausgeist, der das Haus schützt, aber seine Bewohner gerne neckt, allerdings ohne Schaden anzurichten." So definiert Wikipedia.
Ein Name der passt. Wenn man sich anstatt eines Hauses eine Schule denkt und anstatt der Bewohner Lehrer und Schüler, dann haben wir eine perfekte Namensbeschreibung für diese feine Schülerzeitung aus Behrenhoff bei Greifswald.
Wir freuen uns, dass in diesem Jahr der 1. Platz in Kategorie Förderschulen in Mecklenburg-Vorpommern an die Redaktion des Kobold geht. Im Januar noch bei unserer ersten Jurysitzung, der ersten Jurysitzung mit Schülerzeitungen, an der ich persönlich teilgenommen habe, war ich noch recht unschlüssig, was ich von einer Schülerzeitung aus einer Förderschule erwarten darf. Aus eigener Erfahrung vom Gymnasium weiß ich wie viel Engagement und Zeit in solch einer Zeitung stecken. Der Kobold ist uns sofort positiv aufgefallen. Die Grundelemente einer Zeitung finden wir ohne Probleme. Ein ordentlich gestaltetes Cover auf dem die wichtigsten Themen vorgestellt werden, ein kleines Impressum, Inhaltsverzeichnis und so weiter, alles Elemente die nicht selbstverständlich sind bei anderen Schülerzeitungen, die wir sichten durften.
Selbst beim Layout ist diese kleine Schülerzeitung manchem Gymnasium um Kleinigkeiten voraus, die wiederkehrenden Elemente auf jeder Seite und die Einteilung der Zeitung in Rubriken sei hierbei genannt. Doch den eigentlichen Charme findet man im Inhalt. Die aktuelle Liste der Geburtstagskinder ist ein Düsenantrieb für Glückwünsche, denn mal ehrlich: Wer freut sich nicht, wenn jeder in der Schule zum Geburtstag gratuliert, weil er deinen Namen mit Datum in der Schülerzeitung gelesen hat? Auch aktuelle Themen aus dem Schulleben kommen nicht zu kurz. Kleine Reportagen, die Vorstellung von neuen Schülern und des Schülerrates aber auch die Geschichte der Schule. Im großen und Ganzen eine runde Sache, an der nicht viel auszusetzen ist. Mein Fazit: Ansprechendes Design, Unterhaltung und das wichtigste an Informationen, ein gedrucktes Überraschungsei sozusagen.
Als ehemaliger Redakteur und „Mädchen für alles“ in meiner Schülerzeitung freue ich mich, dass auch an Förderschulen solch erstklassige Zeitungen gedruckt werden. An dieser Stelle gehört auch der betreuenden Lehrerin gratuliert, aber an erster Stelle den Schülern, denn ohne Schüler keine Zeitung.
Ich bitte nun einen kleinen Kobold nach vorne.
Falko Richter – Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
1. Preis in der Kategorie Regionale Schulen - Knuutsch
Man muss nicht Journalist werden wollen, um eine gute Schülerzeitung zu machen. Schülerzeitung das ist für jeden ein Gewinn, der daran mitarbeitet. Er oder sie lernt zu planen, zu überzeugen, nachzufragen, seine Ideen zu vertreten, zu schreiben nicht zuletzt. Kein Blatt vor den Mund nehmen das ist das Motto. Laut sein, ein bisschen unbequem aber fair.
Schülerzeitung ist ein freies Medium, Ihr könnt ganz allein, ohne Druck von Oben, Ressortgrenzen oder Aktualitätszwänge entscheiden. Auf die Bedürfnisse des Lesers achten muss man aber doch. „Knuutsch“ tut das, bietet ein breit gefächertes Themenspektrum: Berufsorientierung, Schulinterna, Späße, Gedichte, große Hintergrundstorys zu aktuellen Jugendthemen. Respekt der Landessieg bei den Regionalen Schulen ist verdient. Herzlichen Glückwunsch.
„Knuutsch“ ist nicht perfekt. Wäre ja auch langweilig. Es fehlen noch ein einheitliches Layout, ein stringentes typografisches Konzept. Und: Das Titelblatt bietet zwar hohen Wiedererkennungswert, ist auf Dauer aber zu monoton. Unser Tipp: Mit Layout-Standards und festgelegten Schrifttypen arbeiten, feste Rubriken einrichten, ein Titel-Grundgerüst festlegen, dessen Kern dann das jeweilige Aufmacher-Thema sein kann. Editorial muss sein, auch ein Ausblick auf die nächste geplante Ausgabe und den Wiedererkennungswert steigernde Seitenköpfe. Ist das zu viel Rummäkelei? Nein. Das sind schnell zu erledigende Äußerlichkeiten, eine wichtige Kleinigkeit. Sie kann und wird hoffentlich aus einer guten Schülerzeitung eine exzellente Schülerzeitung machen. Viel Spaß dabei und herzlichen Glückwunsch.
Teilnehmer
Förderschulen
- Claus („Claus Jesup“ Förderschule, Wismar)
- Der Kobold (Förderzentrum Behrenhoff)
- Objektiv (Landesschule für Blinde und Sehbehinderte, Neukloster)
- Schülerzeitung (Sonderpädagogisches Zentrum Pestalozzi, Waren)
Grundschulen
- BRIT – Bilder, Rätsel, Informationen, Tipps (Grundschule Tutow)
Gymnasien
- Blitz (Richard-Wossidlo-Gymnasium, Waren)
- Buschfunk (Goethe-Gymnasium Demmin)
- Exmonte (Gymnasium am Sonnenberg Crititz)
- Kieker (Oskar-Picht-Gymnasium Pasewalk)
- Nuntius gymnasii (Gymnasium Malchin)
- Sado – Schülerzeitung aus dem Osten (Goethe-Gymnasium Ludwigslust)
- Stichling (Friderico-Francisceum Bad Doberan)
- SuSuRRi (Käthe-Kollwitz-Gymnasium Rostock)
- Unique (Gymnasium Lübz)
Regionale Schulen
- Freunde (Regionale Schule Käthe-Kollwitz Rehna)
- Schillerkurier (Regionale Schule Friedrich Schiller Anklam)
- USE – Unser Schülerexpress (Regionale Schule Samtens)
- Knuutsch (Werner von Siemens Schule Schwerin)
Fotos der Preisverleihung finden Sie hier
2. Landesweiter Schülerzeitungswettbewerb 2006/07
Wir feiern die besten Schülerzeitungen MeckPomms!
Neubrandenburg feierte vom 9. bis 11. Mai das 13. Jugendmedienfest: Video- und Zeitungsmacher präsentierten ihre Produkte, maßen sich in drei landesweiten Wettbewerben, tauschten sich aus und kamen mit den Profis ins Gespräch. Zum ersten Mal war auch der landesweite ß-Wettbewerb mit von der Partie.
Aus ganz Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich elf Schülerzeitungen von Grund- und Förderschulen sowie Gymnasien und Regionalen Schulen am Wettbewerb, der Sach- und Geldpreise im Wert von 1500 Euro an die Preisträger vergab. Im Januar entschied die Jury aus ehemaligen Schülerzeitungsmachern und professionellen Journalisten acht Schülerzeitungen einen Preis zu verleihen.
Am 11. Mai nahmen sieben der elf Redaktionen an einem Workshop in der Neubrandenburger Kinokirche teil: Schüler von der Regionalen Schule Friedrich-Schiller aus Anklam trafen auf Redakteure der Schülerzeitung des Landesförderzentrums FS Hören aus Güstrow und Grundschüler von der „BRIT“ aus Tutow, während zwei der ältesten Zeitungen aus MV, der „Stichling“ aus Bad Doberan und der „Kieker“ aus Pasewalk, über das angemessene Layout einer Schülerzeitung diskutierten. An diesem Vormittag sollte es um Austausch gehen und das gelang im Kompetenzkarussell, bei dem sich die Jugendlichen gegenseitig Tipps, Ratschläge und Kritik auf die Poster schrieben, genauso wie in der Biete-Suche-Runde, in der selbst gezeichnete Comics, Presseausweise und ein Kurs in Gebärdensprache gehandelt wurden.
Den Abschluss des ß-Wettbewerbs 2006/07, dessen Schirmherr Bildungsminister Henry Tesch ist, bildete die Preisverleihung am Nachmittag. Der „Stichling“ vom Friderico-Franciseum aus Bad Doberan erhielt den ersten Preis in der Kategorie Gymnasium und der „Kieker“ vom Oskar-Picht-Gymnasium aus Pasewalk folgte mit Platz zwei. Jeweils einen Landespreis gewannen der „Albert“ von der Albert-Schweizer-Schule aus Schwerin und die Schülerzeitung vom Landesförderzentrum Förderschwerpunkt Hören aus Güstrow in der Kategorie Förderschule. Vier Sonderpreise wurden außerdem an die „BRIT“ von der Grundschule in Tutow, das „Fritzchen“ von der Fritz-Reuter-Grundschule in Schwerin, die „Schüler Aktuell“ von der Grundschule Wittenförden und den „Spickzettel“ vom Gymnasium in Kühlungsborn vergeben.
Preisträger + Laudatio
1. Preis in der Kategorie Gymnasien - Stichling
Ein knappes Dutzend Schülerzeitungs-Macher werkelt derzeit an der 42. Ausgabe einer der ältesten Schülerzeitungen MVs. Ausgabe 40, aus dem Januar 2007 markierte das 15. Jahr des Erscheinens, seit drei Jahren sind die Outputs der Redakteure auch elektronisch abrufbar. Auf der Homepage finden wir aufschlussreiche Informationen über die Zusammensetzung der Redaktion, Termine, ein online-Archiv, Kommentare, Titelbilder.
Motivation für viele Stunden ehrenamtlichen Engagements finden die Macher vor allem in der Möglichkeit, die eigene Meinung auszudrücken und damit ein Stück Alltagsbewältigung selbst zu organisieren. Mit ihrer kontinuierlichen Arbeit sind sie ein Dreh- und Angelpunkt demokratischer Prozesse an ihrer Schule und als solcher nicht mehr wegzudenken. Ab und zu gelingt es ihnen, Dinge zu bewegen, Impulse zu geben, Projekte anzustoßen. Dies und persönliche Perspektiven sind ausschlaggebend für den Erfolg der Zeitung.
Dass das „Mitmachendürfen“ schon ab Klasse 5 nicht nur erwünscht, sondern in diesem Team wirklich machbar ist, stellt das jüngste Mitglied Helene Timm eindrucksvoll unter Beweis.
Für den diesjährigen Wettbewerb hat sich die Jury die Nr. 39 vom November 2006 intensiv angesehen. Die darin befindliche Themenvielfalt spiegelt das schulische Leben und aktuellpolitische bzw. gesellschaftliche Ereignisse und Fragestellungen wider, ohne dabei beim bloßen Beschreiben zu verweilen.
Die Nachwuchsjournalisten setzen sich kontrovers mit Argumenten, Fakten, Positionen auseinander und hinterfragen die Geschehnisse. Dabei erreichen sie eine Tiefe und Genauigkeit, die in der heutigen Zeitungslandschaft – einschließlich der regionalen Tagespresse – selten geworden ist, und die ihr Geschick und Engagement bezeugt.
Zum Beispiel der Beitrag über einen Aussteiger aus der rechtsextremen Szene, in dem der scheinheilige Demokratiebegriff der NPD erläutert und die Konsequenzen für deren Politik und Umgang mit Menschenrechten scharf konturiert dargestellt werden.
Die Schülerzeitung zeigt Weltoffenheit, Neugier gegenüber Veränderungen und Möglichkeiten, selbst Leben und Freizeit zu gestalten:
- in einem Bericht einer Schülerin über eine Schule in Nairobi oder
- in einer Projektvorstellung eines Landesjugendverbandes, der ein „Global Village“ mit 5000 Teilnehmern aus 50 Ländern organisiert.
Neben diesen Beiträgen finden wir außerdem Gedichte von Schülern, Rätsel, Aussprüche von Lehrern, Unterhaltung eben...
Sprachgewandt und stilsicher bedienen sich die Schüler eines großen Spektrums an verschiedenen journalistischen Formen. Der Leser spürt gutes Allgemeinwissen und erlerntes journalistisches Handwerk. Unterschiedliche Slangs sind Mittel für inszenierte Perspektivwechsel, etwa im Beitrag „Schülertypen“. Die pure Lust am Schreiben ohne besonderen Hintersinn finden wir im „Neuen Akt der Seitenfüllung“.
Das Layout ist stimmig und einer Schülerzeitung mehr als angemessen. Zur Illustration werden Fotos und Bilder direkt produziert und auch hier sind die Macher gute Vorbilder für andere Schülerzeitungen.
Wünschen wir dem „Stichling“, dass er es schafft, ihr Redaktionswissen an zukünftige Generationen weiter zu geben. Wünschen wir, dass die selbst gesteckten Ziele – z.B. mehr Biss im Bezug auf schulinterne Probleme – angepackt werden.
Wünschen wir uns, dass wir noch viele Ausgaben des „Stichlings“ lesen können.
Beginnen wir mit der pünktlich zum G8-Gipfel erscheinenden 42. Ausgabe mit dem Titelthema „Lernen – aber wie“.
Herzlichen Glückwunsch Stichling!
Ulrike Gisbier, Beteiligungsmoderatorin des Jugendmedienverband MV
2. Preis in der Kategorie Gymnasien - Kieker
Ein alter Bekannter: Der „Kieker“, die Schülerzeitung des Oskar-Picht-Gymnasiums Pasewalk hat im vorigen Schülerzeitungswettbewerb den Sieg bei den Gymnasien abgeräumt. Diesmal gibt es wieder einen Platz, Rang Zwei. Herzlichen Glückwunsch.
Der „Kieker“ hat die Jury beeindruckt: Dem Heft im handlichen Format sieht und liest man an, dass das Redaktionsteam mit Feuer und Flamme bei der Sache ist und offenbar eine Menge Spaß hatte. Alle Artikel haben den speziellen „Kieker“-Stil, ernsthaft, aber nie bierernst. Ich nenne nur die gekonnte Verbindung von verliebten Gedanken und Geschichtsunterricht über die französische Revolution in dem Stück „Neulich in Geschichte“.
Nachrichten aus der Schule, ein Fußball-WM-Special oder die „Pasewalker Serenade“, Schulpolitik, das Thema Tierschutz-Wahn aus ungewohnter Sicht, aber auch reichhaltige Musikrezensionen. Der „Kieker“ ist eine echte Wundertüte, die auch gestandene Journalisten zu fesseln und zu beeindrucken vermag. Ach ja, Wundertüte: Beim „Kieker“ ist es Sitte, jede Ausgabe mit diversen Gimmicks und Giveaways zu verknüpfen, diesmal gab es eben eine Wundertüte mit haufenweise Infomaterialien zu allerlei Initiativen, Institutionen und, und, und… Auch eine CD lag bei.
Der grafische Auftritt des „Kieker“ ist gekonnt, gute Fotos, klasse Layout, sorgfältiger Umgang mit der Typografie. Anders als bei vielen „großen“ Tageszeitungen und auch manchen Schülerzeitungen, ist der „Kieker“ nie ausgelesen. Fürs Altpapier ist er auch nach Wochen noch zu schade, denn auf seinen Seiten entdeckt man immer wieder Neues und Übersehenes. Durch das Heft ziehen sich viele Running-Gags, wie etwa die gefakten Anzeigen für „Pfarrers Butterkekse: Nur echt mit den 52 Psalmen“ oder die „Perlen der Weltliteratur“. Also: Der Zweite Platz ist hoch verdient. Gäbe es den „Kieker“ auch außerhalb der Schule: Ich würde ihn abonnieren.
Philip Schroeder, Redakteur SVZ Schwerin
Sonderpreis für die beste Neugründung - Spickzettel
Zeitungen sind Informations- und Diskussionsmedium, wollen eine möglichst breite Leserschaft erreichen und sie sind ein Geschäft. Dem „Spickzettel“ ist es gelungen alle diese Anforderungen zu erfüllen. Zunächst zum Geschäft, es ist lobenswert, offensiv und gezielt Partner zu suchen, die die Zeitung mittels Anzeigen unterstützen. Durch interessante Beiträgen, wie „Ist wirklich Schluss mit dem blauen Dunst“ und dem Interview in englischer Sprache „Auch wir sind Ausländer“ enthält der „Spickzettel“ Lesestoff, der sicher für produktive Diskussionen gesorgt hat.
Sachliche Informationen aus allen Klassenstufen ergänzen das Bild.
Das größte Plus des „Spickzettels“ ist es aber, sich an alle Schüler des Gymnasiums zu wenden – sowohl an Abiturienten als auch die unteren Klassenstufen. Dieses Plus spiegelt sich nicht nur in den Beiträgen, sondern auch im Layout wieder. Betrachtet man die Titelseite vermutet man zunächst ein Boulevard-Blatt, doch die Innenseiten bietet eine gelungene Mischung aus vielen Zeitungsgenres. Der „Spickzettel“ ist auf dem Weg eine gute Zeitung für alle zu werden.
Martina Krüger, Frreie Journalistin
Sonderpreis für den besten Gesamtauftritt - BRIT
Was ist eigentlich eine Zeitung? Was gehört da rein? Klar, Texte und Bilder. Aber das meine ich nicht. Was drin sein muss und trotzdem bei mancher Schülerzeitung fehlt – das sind Seitenzahlen, ein Inhaltsverzeichnis oder das Impressum. Gina, Nancy, Laura, Bettina, Josephine und Philipp wissen das, denn sie sind die Redakteure der Grundschulzeitung Brit aus Tutow.
Ihr Blatt hat ein Konzept - und Struktur! Die vier Buchstaben von Brit B-R-I-T stehen für Bilder, Rätsel, Informationen und Tipps - Brit eben. Das wird dem Leser schon auf der Titelseite erklärt. Schlägt man man das Blatt dann auf, wird man vom Vorwort begrüßt, das begeistert zum Lesen und auch Mitmachen auffordert. Das Inhaltsverzeichnis und Kopfzeilen mit Rubriken sorgen für problemlose Orientierung.
Zu entdecken gibt es Neuigkeiten aus der Schulen, Witze, Rätsel für schlaue Füchse, Rezepte und Buch-, Kino- und Webtipps. Außerdem erfährt man Aktuelles aus jeder der fünf Schulklassen und im Interview entlocken Nancy, Bettina und Philipp ihrer Lehrerin Frau Luft, dass sie am liebsten Bratwurst und Sauerkraut isst.
Brit unterhält und informiert. Die Zeitung lässt den Leser schnell finden, was ihn interessiert. Und sie greift so ziemlich alles auf, was an der Schule passiert. Da ist für jeden was dabei! Die Brit erhält den Sonderpreis für den besten Gesamtauftritt. Herzlichen Glückwunsch!
Caroline Arndt, Jugendmedienverband MV e.V.
Sonderpreis für den besten Artikel - Fritzchen
Eine Schülerzeitung an einer Grundschule, der Fritz-Reuter-Schule Schwerin: Das ist schon mal aller Ehren Wert. Kaum schreiben gelernt, und schon seid Ihr Nachwuchs-Journalisten.
Und das macht Ihr gar nicht schlecht: Euer „Fritzchen“ hat ein Titelblatt, auf dem wir Leser gleich das finden, was uns im Heft erwartet. Sieben Seiten hat die Ausgabe, die wir in der Jury unter die Lupe genommen haben. Schulnachrichten sind da zu finden, ein Kochrezept, eine Witze-Seite, Bastel-Tipps und ein Malbild. Ihr erklärt – in der November-Ausgabe – was es mit dem Heiligen Martin auf sich hat, und, auch für „die Großen“ interessant, warum im Herbst die Blätter ihr Grün verlieren.
Der Jury hat besonders gefallen, dass Ihr mit einem Interview einen ausländischen Schüler vorstellt und so zeigt, dass es viel besser ist, dem Fremden mit Neugier und Interesse gegenüberzustehen als mit ängstlichen Vorurteilen. Dazu ermuntert Ihr auch ganz ausdrücklich Eure Mitschüler und das finden wir, die Jury, gut. Denn ohne Neugier geht es nicht im Journalismus, ob nun bei uns Profis oder bei einer Schülerzeitung wie Eurem „Fritzchen“. Deshalb habt Ihr gewonnen und bekommt den „Sonderpreis für den besten Artikel“.
Herzlichen Glückwunsch. Macht weiter!
Philip Schroeder, Redakteur SVZ Schwerin
Schüler-Aktuell
Laudatio für die Schülerzeitung „Schüler Aktuell” zum Sonderpreis für den besten Gesamtauftritt beim 2. landesweiten Schülerzeitungswettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern
Besonders durch ihren Umfang und ihre abwechslungsreiche Gestaltung fiel die Schüler Aktuell auf. Aufgeblättert haben wir eine Zeitung mit verschiedenen Themen: lustige Texte, wie die Rätsel- und Quizseiten, aber auch Artikel z.B. Insidertipp Müritz und ein Interview mit der Bundeskanzlerin, die gut recherchiert und mit Witz geschrieben wurden.
Katrin Kroll, Jugendmedienverband MV
Landespreis in der Kategorie Förderschulen – Schülerzeitung GSZ
Die Schülerzeitung der Landesschule für Gehörlose wurde von einem Team, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7 bis 10 erstellt. Die Beiträge spiegeln das schulische und außerschulische Leben des Landesförderzentrums in beeindruckender Weise wieder. Bei der inhaltlichen Gestaltung werden alle Jahrgangsstufen des Förderzentrums berücksichtigt. Die abwechslungsreichen Themen sprechen die gesamte Schülerschaft an. Es werden Themen aufgegriffen, die von aktuellem Interesse für die Schülerinnen und Schüler sind sowie über Höhepunkte im Verlauf des Schuljahres berichtet. Die Zeitung ist übersichtlich und kreativ gestaltet. Aufmachung und Inhalt machen neugierig darauf, mehr über das Landesförderzentrum und seine Schülerinnen und Schüler zu erfahren.
Eine gute Schülerzeitung ist Teil der Schulkultur und schärft ihr Profil. Die Schülerzeitung GSZ ist in diesem Sinn auf einem guten Weg.
Von der Landesjury wurde für die GSZ ein Landespreis in der Kategorie „Förderschulen“ vergeben.
Christine Kirchner, Landesinstitut für Schule und Ausbildung
Landespreis in der Kategorie Förderschulen – Albert
Drei Jungs – eine Zeitung.
Benjamin, David und Enrico: Das sind die drei „Köpfe“, die hinter der Schülerzeitung der Albert-Schweitzer-Schule in Schwerin, dem „Albert“, stecken. Nicht verstecken. Die Macher präsentieren selbstbewusst ihre ganz persönliche Sicht auf den Schulalltag, so dass der beschriebene Alltag zum Erlebnis wird. Praktikaberichte, Eindrücke von den Projektwochen, individuelle Wünsche an Mitschüler und Lehrer zeigen die Schülerzeitungsredakteure auf – der Leser erkennt sich darin wieder. Liebevoll schildern die „Nachwuchsjournalisten“ die Ereignisse der vergangenen Wochen, sagen ihre Meinung deutlich und geben den Texten den nötigen Witz.
Der „Albert“ lässt erkennen, dass sich seine Redakteure viel Mühe bei der Suche nach Themen und der Gestaltung machen. Gleichzeitig möchte die Redaktion auch ihre Leser in den Entstehungsprozess der Zeitung mit einzubeziehen. Der Versuch, eine Bindung an die Zeitung zu schaffen, drückt sich in dem Aufruf eines Logo-Wettbewerbs für „Albert“ aus. Die Schüler sind aufgefordert, Logovorschläge abzugeben und anschließend gemeinsam abzustimmen. Vielleicht gibt es mittlerweile ein Logo? Das stände dem „Albert“ gut zu Gesicht.
Auf dem Titel der November-Ausgabe sehen wir zwei der Redakteure, wie sie stolz ihren neuesten „Albert“ in den Händen halten. Absolut richtig. Denn stolz kann man auf diese Zeitung sein, auch wenn es dem „Albert“ noch zu wünschen wäre, dass sich mittlerweile herum gesprochen hat, was für ein „gutes Blatt“ dies ist. Dann finden sich vielleicht auch noch weitere Autoren, die ihre ganz persönliche Sicht schildern. Weiter so und herzlichen Glückwunsch!
Marieke Sobiech, Journalistin und Fotografin
Teilnehmer
Förderschulen
- Der Albert (Albert-Schweitzer-Schule, Schwerin)
- Schülerzeitung (Landesförderzentrum FS „Hören“, Güstrow)
Grundschulen
- BRIT – Bilder, Rätsel, Informationen, Tipps (Grundschule Tutow)
- Fritzchen (Fritz-Reuter-Grundschule, Schwerin)
- Schüler-Aktuell (Dr.Otto-Steinfatt-Grundschule, Wittenförden)
Gymnasien
- Kieker (Oskar-Picht-Gymnasium, Pasewalk)
- Panik & Paprika (Gymnasium an der Rostocker Heide, Rövershagen)
- SCHIGS (Integrierte Gesamtschule Mitte, Neubrandenburg)
- Spickzettel (Fritz-Reuter-Gymnasium, Kühlungsborn)
- Stichling (Friderico-Francisceum Gymnasium, Bad Doberan)
Regionale Schulen
- Schillerkurier (Regionale Schule Friedrich Schiller, Anklam)
3. Landesweiter Schülerzeitungswettbewerb 2007/08
Rekordbeteiligung: 48 Schülerzeitungen schickten ihre bunten Kühe ins Rennen
Neubrandenburg feierte vom 27. bis 30. Mai das 14. Jugendmedienfest: Video- und Zeitungsmacher präsentierten ihre Produkte, maßen sich in drei landesweiten Wettbewerben, tauschten sich aus und kamen mit den Profis ins Gespräch. Zum zweiten Mal war auch der landesweite ß-Wettbewerb mit von der Partie.
Aus ganz Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich 48 Schülerzeitungen von Grund- und Förderschulen, Regionalen Schulen sowie Gymnasien am Wettbewerb, der Sach- und Geldpreise im Wert von 1500 Euro an die Preisträger vergab.
Im Januar entschied die Jury aus ehemaligen Schülerzeitungsmachern und professionellen Journalisten 15 Schülerzeitungen einen Preis zu verleihen und zwei lobende Erwähnungen auszusprechen.
Am 29. Mai nahmen 18 Redaktionen an einem Erfahrungsaustausch in der Alten Gießerei in Neubrandenburg teil: Die jungen Redakteure aller Schularten lasen neugierig in den Blättern ihrer Kollegen, erklärten sich gegenseitig wie die Arbeit in ihrer Redaktion abläuft und holten sich Tipps für die nächste Ausgabe.
Den Abschluss des ß-Wettbewerbs 2007/08 bildete die Preisverleihung am Nachmittag, bei der Bildungsminister Henry Tesch als Schirmherr des Wettbewerbs den jungen Zeitungsmachern gratulierte.
Besonderer Dank gilt den Partnern vom OZelot, der Schweriner Volkszeitung und AltDruck sowie der engagierten Jury und den Sponsoren von Sachpreisen: Ostseewelle Hitradio MV, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Volkstheater Rostock, Hansa-Milch AG, Wonnemar Wismar, Deutsches Meeresmuseum, Ostseefestspiele, Dreimagierspiele Verlag, Vineta-Festspiele.
Preisträger + Laudationes
1. Preis in der Kategorie Gymnasium: "kleinkariert" aus Altentreptow
Wenn auch mit unauffälligem Layout kommt eine Zeitung aus dem Osten des Landes daher, um den kleinkarierten Denkweisen von Leserinnen und Lesern den Garaus zu machen. Die zehn Redakteure der 8. bis 13. Klassen treffen sich wöchentlich, um – wenn alles gut geht- beachtliche 4-6 Ausgaben pro Schuljahr mit immerhin 56 Seiten zusammenzustellen.
In der beim Schülerzeitungswettbewerb eingereichten Weihnachtsausgabe fehlt es an Spekulatiusduft und festlicher Anbiederung, auf dem Gabentisch der Zeitung liegen eher politische Themen: Rechtsextremismus, RAF-Terrorismus und Schulstreik. Neben der Darstellung außerschulischer Wirklichkeit finden wir anregende Beiträge aus der Schule.
Comics werden selbst gestaltet, Unterhaltungsseiten nicht einfach nur kopiert, sondern eben selbst erfunden.
Die „Kleinkariert“ zeigt sich alles andere als kleinkariert und das ist gut so. Zeugen die vormalig als „Phantom“ herausgegebenen Blätter (1993 bis 2003) schon von der ungezügelten Lust am Schreiben, so ist das Revival als „Kleinkariert“ eine spitzzüngige, kritisch hinterfragende und neugierig machende Zeitung aus Altentreptow.
Die Macher haben sich die Arbeit an der Zeitung gut aufgeteilt: es gibt unter den Genossenschaftsmitgliedern der Schülerfirma Aufsichtsräte, Zuständigkeiten für Marketing, Layout und natürlich die Redaktion. Mit der Firma wurde ein eigener Drucker angeschafft, der für Unabhängigkeit sorgt.
Wir wünschen der „Kleinkariert“, dass die Auflagenzahl wächst und der kritische Blick im Sinne eines interessanten Blattes erhalten bleibt.
Ulrike Gisbier
Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
1. Preis in der Kategorie Gymnasium: "Stichling" vom Friderico-Franciseum aus Bad Doberan
„Was lernt man an einer Waldorfschule? Richtig: Nichts! Okay – man kann Gedichte tanzen und Froschteiche bauen.“ Mit diesen Worten beginnt eine Streitschrift im Stichling, der Schülerzeitung des Gymnasiums Friderico Francisceum zu Bad Doberan. Das Thema: Schule heute. Die Methode, wie sich Stichling-Autor Simon Schulz der Fragestellung nähert, steht exemplarisch für viele Texte der höchst professionell gemachten Schülerzeitung: Sie sind provokant, kritisch, ja manchmal richtig böse. Sie sind nahe dran, authentisch, wahrhaftig. In der Schule verwurzelt, aber weltoffen.
Übersichtlich und modern gelayoutet findet man Schulinterna neben CD-Kritiken, Witzen und Rätseln - und eine Seite weiter berichtet Veronica Linden aus Doberan über ihre Zeit in einer Mädchenschule von Opus Dei in Peru, der Heimat ihrer Mutter.
Kurz und knackig aufgeschrieben, mit Sachkenntnis, Witz und Herz. So setzt der Stichling immer wieder Themen, über die man am Gymnasium spricht. Und sicher auch darüber hinaus. Kurzum: Der Stichling ist so, wie man sich eine gute Zeitung wünscht!
Thomas Luczak
Ostsee-Zeitung
2. Preis in der Kategorie Gymnasium: "eXmonte" aus Crivitz
Vom Berg herab erscheint die „Exmonte“ schon seit Jahren – mit wechselnden Redaktionsbesetzungen. Aber lesenswert ist die Crivitzer Schülerzeitung immer, auch wenn sie hin und wieder ihr Erscheinungsbild ändert. Der Jury lag die Ausgabe Oktober 2007 vor. In dem Heft haben wir eine Menge spannende Artikel gefunden. Aufmacher ist das Thema Schwarz-Rot-Gold, also: Deutschland. Das Editorial setzt das fort, es geht um Nation, Nationalbewusstsein, Nationalismus und die Redakteure scheuen sich nicht, mal gegen den Strich zu bürsten. „Die sind Deutschland“ lautet die Headline für einen Zusammenstellung rechtsextremer und neonazistischer Straftaten aktuellen Datums. Eine Umfrage zu den deutschen Nationalfarben unter den Lehrern bringt Überraschendes zu Tage, auch eine umfassende Aufarbeitung der Eva-Hermann-Affäre fehlt nicht. Dazu ein Bericht vom Einheitsfest in Schwerin und schließlich natürlich auch eine Menge leichte Themen wie Sport, Rätsel, Schulereignisse. Die Jury fand: Eine super Mischung, ein interessanter Blick, ein immer nachdenklicher, manchmal spitzer, aber nie rüpelhafter Ton – Exmonte hat den Zweiten Preis verdient. Herzlichen Glückwunsch.
Philip Schröder
Schweriner Volkszeitung
3. Preis in der Kategorie Gymnasium: "SPOKO" vom Deutsch-Polnischen Gymnasium in Löcknitz
Leben und dabei Überleben - so oder ähnlich könnte das Motto der Spoko-Redaktion lauten. Das SZ-Team der Europaschule Deutsch-Polnisches Gymnasium in Löcknitz stellt den kleinen, eigenen Kosmos Schule in einer erfrischenden Mischung aus unterhaltsamen Beiträgen, Wissensvermittlung und gut proportionierter Ironie dar. Mit Wortwitz werden auch ernsthafte Themen aufgegriffen - gerade immer dann durchaus wichtig, wenn Schüler für Themen wie den „Europatag“ interessiert werden sollen. Auch beim unter Lehrern und Schülern strittigen Thema „Rauchfreie Schule“ setzt die Redaktion statt auf den erhobenen Zeigefinger auf Pro-und-Contra-Argumente, und lässt damit den Lesern Raum, sich eine eigene Meinung zu bilden. Das Thema „13“, gleichzeitig die Ausgabenummer, zieht sich als roter Faden gekonnt - und kontinuierlich - durch die gesamte Zeitung. Dabei kommen das Blatt und seine Macher immer authentisch daher. Und offenbar haben die Redakteure ganz richtig erkannt: Schule ist zum Leben da. Herzlichen Glückwunsch!
Marieke Sobiech
Jugendportal SEE-YOU
Sonderpreis für die beste Neugründung: "IMMENS" vom Goethe-Gymnasium in Schwerin
„Immens“ ist eine besondere Schülerzeitung. Gemacht von nur zwei Redakteuren, Carolin Rabethge und Michael Subbert, und vor allem mit einer durchgehaltenen Linie. Die Song-Zeile von Tocotronic „Pure Vernunft darf niemals siegen“ hat sich das Immens-Team als Motto über ihr immenses Projekt gestellt. Der grafische Auftritt ist gekonnt, als wäre ein Art Director am Werk gewesen. Der Druck ist exzellent. Rubriken wie „Wusstest Du schon, dass…“ oder „Mal zugehört“ sowie die Playlist der Lieblingssongs bei der Blattproduktion zeigen, dass die beiden Leute hinter Immens gerne „Neon“ lesen. Abkupfern tun sie aber nicht, bewahre. Kreativität, Nachdenklichkeit und gern auch mal ein Schuss Absurdes begegnen dem Immens-Leser in den Texten und in der Optik. Die „Nummer für Hummer“ – ein wunderbarer Comic-Strip. Lehrer-Autogrammkarten zum Sammeln – eine klasse Idee. Und um noch mal auf „Wusstest Du schon, dass…“ zurückzukommen: Dass die Chinesen als Schriftzeichen für „Probleme“ ein Ideogramm von zwei Frauen, die unter einem Dach wohnen, benutzen, wussten wir noch nicht – da haben wir alle was dazugelernt Immens – hat den Preis für die beste Schülerzeitungsneugründung verdient. Herzlichen Glückwunsch.
Philip Schröder
Schweriner Volkszeitung
1. Preis in der Kategorie Regionale Schule: "Knuutsch" von der Siemens-Schule in Schwerin
Die Schülerzeitung „Knuutsch“ gibt es schon seit Jahren und obwohl natürlich die Redakteure immer wieder wechseln, hat sich die Redaktion immer weiter bemüht, Rat von Profis einzuholen und ihr schon früher ausgezeichnetes Blatt noch besser zu machen. Das haben wir in der Jury an der uns vorgelegten Ausgabe sehr wohl bemerkt.
Knuutsch Nummer 2/2007 hat uns Spaß gemacht. Schon die Titelseite weckt Interesse, weil sie zeigt: In diesem Heft wartet viel interessanter Lesestoff. Liebe, Lust und Leidenschaft, dazu ein langer Kommentar zum Thema Computerspiele und ihre Gefahren, ein Reisebericht, Horoskope, eine Reportage aus dem Universum-Boxcamp, ein Portrait der Schulband und noch mehr. Viel Stoff, viele Bilder, viel Text, viel Spaß für den Leser. Und eben nicht nur Schulberichterstattung. Die Knuutsch-Reporter gucken immer über den Tellerrand und verpacken ihre Texte in ein durchdachtes Layout. Toll fand die Jury auch die Foto-Story, die ein ernstes Thema anschaulich aufbereitet: Nicht wegsehen, wenn jemand in Not ist.
Knuutsch ist ein klasse Gesamtpaket – und bekommt den Ersten Preis bei den Regionalen Schulen. Herzlichen Glückwunsch.
Philip Schröder,
Schweriner Volkszeitung
2. Preis in der Kategorie Regionale Schule: "Gingster Welle" aus Gingst
Das Meer, eine Insel, eine Schule fast am Strand und 13 (!) Schülerinnen und Schüler, die als Redakteure richtig „Welle“ machen – die „Gingster Welle“ eben.
Im Blatt gibt es die bewährte Mischung aus festen Rubriken und „breaking news“ bei besonders brisanten Themen. Alle Artikel sind sorgfältig redaktionell gearbeitet, beziehen alle journalistischen Textsorten mit ein und bleiben ganz dicht am Geschehen rund um die Regionale Schule Gingst auf Rügen.
Besonders die eher „tagesaktuellen“ Themen sind so aufbereitet, dass Schülerinnen und Schüler als Kunden des Blattes immer das Gefühl haben, diese Zeitung wird für sie gemacht, hier finden sie ihre Interessen journalistisch von Mitschülern vertreten.
Ansprechend ist auch das Layout des Blattes. Im handlichen A5-Format sind die Beiträge meist so platziert, dass sie auf eine bzw. zwei Zeitungsseiten passen.
Die „Gingster Welle“ ist eine Schülerzeitung im besten Sinne des Wortes. Deshalb bleibt mir nur, den Blatt- und somit „Wellenmachern“ für die Zukunft alles Gute zu wünschen.
Christine Kirchner,
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
3. Preis in der Kategorie Regionale Schule: "starter" aus Ribnitz-Damgarten
Sie ist eine der wenigen Zeitungen im Regionalschulbereich, die man jederzeit elektronisch haben kann. Sie ist eine der wenigen Zeitungen, die schon mehrere Jahre guter kontinuierlicher Arbeit hinter sich haben. Und sie ist eine der wenigen, die so viel Spaß macht beim Lesen.
Die Themenauswahl – G8-Gipfelgegner, Skinheadbewegung, Ärztebiografie und vieles mehr – macht schon neugierig. Beim Lesen finden sich streitbare Thesen neben reichhaltigen ´, gut recherchierten Infos. Dabei werden unterschiedlichste Stilmittel verwendet. Ein durchgehendes Layout überzeugt.
Man merkt sofort: den Redakteuren bereitet das Texten und Bebildern, das Diskutieren und Verändern Freude. Der Funke von den Machern springt aus Leseratten über.
Wir wollen uns wünschen, dass STARTER noch lange existiert und uns mit interessanten Beiträgen bereichert. Alles Gute!
Ulrike Gisbier
Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
1. Preis in der Kategorie Grundschule: "Paule" von der Neumühler Grundschule
Die Redaktion der Schülerzeitung „Paule“, die für den Grundschulteil der Neumühler Schule Schwerin erscheint, fragt auf der vorletzten Seite ihre Leser, wie sie die erste Ausgabe des Halbjahres denn so fanden. Wir, die Jury des Schülerzeitungspreises, fanden „Paule“ gut. „Paule“ hat ein richtiges Titelbild mit Hinweisen auf die Themen des aktuellen Heftes, ein Titelkopf mit Namen, Nummer und Preis, ein etwas anderes Impressum, bei dem sich alle Redakteure persönlich vorstellen, im Heft feste Rubriken mit Schulnachrichten und vielen Bildern. Man merkt: In der Paule-Redaktion werden nicht einfach alle eingereichten Artikel zusammengetackert, dort wird ein Blatt gemacht. Die Artikel sind teilweise als Manuskript-Faksimile abgedruckt, also in Schreibschrift. Warum eigentlich nicht? Das zeigt doch auch: Das hat wirklich ein Grundschüler geschrieben – und kein Lehrer.
Als Schülerzeitung einer Grundschule ist „Paule“ ein klasse Berichterstatter aus dem Schulalltag – und bekommt deshalb den Ersten Preis. Herzlichen Glückwunsch.
Philip Schroeder
Schweriner Volkszeitung
1. Preis in der Kategorie Grundschule: "Stensen-Kurier" aus Schwerin
Der „Stensen-Kurier“ macht was her: Er hat eine richtige Titelseite mit Hinweisen auf die Themen der aktuellen Ausgabe. Auf jedes Exemplar der Weihnachtsausgabe haben die Macher einen bunten Zettel mit einem Weihnachtsgedicht geklebt. Super Idee – und nicht die einzige: In der Weihnachtsausgabe haben „Rasende Reporter“ angefangen, aus ihrer Wohnstraße zu berichten, wie es dort aussieht, was verbessert werden muss. Sämtliche Berichte soll der Oberbürgermeister bekommen, damit er weiß, was zu tun ist. Bei den Rasenden Reportern geht um zu schnelle Autos, fehlende Spielplätze, Dreck, zu wenig Bäume. Alle Schüler sind aufgerufen, Berichte an die Rasenden Reporter zu geben.
Der „Stensen-Kurier“ beschränkt sich nicht auf Berichte von Schulfesten oder Klassenfahrten, er macht schon ein bisschen richtigen Lokaljournalismus. Das ist super, dafür gibt es ebenfalls einen Ersten Preis. Herzlichen Glückwunsch.
Philip Schröder
Schweriner Volkszeitung
2. Preis in der Kategorie Grundschule: "Kiebitz" aus Wittenförden
Geburtstagsgrüße, Buchempfehlungen – angeberische Kulturredakteure nennen so was „Rezensionen“ – ein Portrait über die Jubilarin Astrid Lindgren, ein Lehrer-Interview und Witze, Rätsel, Basteltipps und Weihnachtssprüche: Das alles ist eine ganze Menge Inhalt für eine Grundschul-Schülerzeitung.
So viel Lesestoff hat die Jury in manchen anderen Grundschul-Zeitungen nicht gefunden. Unser Tipp: Wer so viel Arbeit investiert, darf sich ruhig zeigen. Also wie wäre es mit einem Impressum oder einem Redaktionsfoto? Alles in allem ist der „Kiebitz“ eine gelungene Schülerzeitung, dafür gibt es den Zweiten Preis.
Herzlichen Glückwunsch.
Philip Schröder
Schweriner Volkszeitung
Sonderpreis SCHREIBWUT für die Schülerzeitung der Don-Bosco-Schule
Das erste, was auffällt, wenn man die Schülerzeitung der Don-Bosco-Schule Rostock in den Händen hält, ist ihr Titelbild. Jedes einzelne ist liebevoll handcoloriert! Das zeigt: Dies ist deine persönliche Zeitung, ein absolutes Unikat! Außerdem bemerkenswert: der Umfang der Zeitung! 60 Seiten – randvoll mit Texten, Gedichten, Tabellen, Fotos und kleinen gezeichneten Kunstwerken. Sogar die Umschlagseiten werden für Redaktionelles genutzt. Dies bewog die Jury, den Sonderpreis „Schreibwut“ zu vergeben. Was nicht heißt, dass die Inhalte nicht preiswürdig wären: Im Gegenteil! Die Schülerzeitung ist ein Rundum-Sorglos-Paket: Wenn man sie gelesen hat, kennt man nicht nur alle neuen Schüler und den italienischen Ordensgründer Don Bosco, Namensgeber der Schule, sondern weiß auch Bescheid über Klassenfahrten und Schulprojekte, Vorhaben und die Zeiten aller Crossläufer. Darüber hinaus gibt es Spiele und Rätsel, Sprüche und Witze, Geschichten und Gedichte – Fakten, Service und Unterhaltendes ohne Ende. Wie schreibt Chefredakteurin Birgit auf Seite 3: Allen Mitarbeitern ein großes Lob! Dem kann ich mich nur anschließen! Weiter so!
Thomas Luczak
Ostsee-Zeitung
Sonderpreis MITMACHEN für die "Käthe-Kids" aus Greifswald
Sehr beeindruckt hat uns die Sonderausgabe der „Käthe-Kids“ zum Bau des Spielpavillons auf dem Gelände der Schule. Sie zeigt uns, wie kompetent Kinder mit Bauplanungen und Mitbestimmung umgehen können. Versicherungstechnisches, Baufachliches und viel Organisatorisches findet sich in den Texten der Schülerinnen und Schüler wieder. Wer will da noch sagen, Kinder können bei Bauplanungen nicht mitreden oder mitentscheiden?!
Der Sonderpreis MITMACHEN gebührt der besonderen Handhabe bei der Organisation der Schülerzeitungsarbeit hier. In einem VHS-Kurs (Volle-Halbtags-Schule-Kurs) angesiedelt, wechseln die Redaktionen etwa alle 6-8 Wochen ihre Mitglieder. Nur eine Stunde pro Woche steht den Kindern der jeweils 2.-4.Klassen zur Verfügung. Durch die Rotation erwerben an der Schule viele Kinder bereits im Grundschulalter Medienkompetenzen.
Im Fall der Sonderausgabe zum Spielpavillon haben überwiegend Kinder der 2. Klasse geschrieben, fotografiert und organisiert. Ergebnisse sind beachtlich gut gegliederte, leicht verständliche Texte und Fotos.
Wir wünschen der Schule und den Kindern der bereits im 5. Jahr existierenden „Käthe-Kids“ alles Gute und weiterhin tolle Redaktionen.
Ulrike Gisbier
Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
1. Preis in der Kategorie Förderschule: Schülerzeitung vom Landesförderzentrum FS Hören aus Güstrow
Diese Schülerzeitung hat sich bereits am letzten Schülerzeitungswettbewerb MV erfolgreich beteiligt. Eine Weiterentwicklung der Zeitung ist deutlich erkennbar, was die Jury positiv hervorhebt. Die Zeitung ist klar strukturiert, zu Beginn werden die Themen im Inhaltsverzeichnis vorgestellt und durchgängig wieder aufgegriffen.
Das Redaktionsteam setzt sich mit vielfältigen Themen aus den Bereichen Schule und Internat auseinander und bezieht alle Jahrgangsstufen in die Zeitung ein. Die Schülerzeitung ist fest in das Schul- und Internatsleben integriert.
Das Kriterium „Schulleben“ wird in vielfältiger Weise erfüllt, in Form des Aufgreifens sehr unterschiedlicher und interessanter Themen. Sehr gut gelungen ist die Rubrik „Probleme“.
Die Darstellung der außerschulischen Wirklichkeit wird durch die Text- und Fotobeiträge „Berufsorientierung“, „Umwelt“, „Kunst“, „Geschichte“ und „Hobby“ erfüllt. Besonders gut gelungen ist hier die Verknüpfung von Persönlichem und allgemeinen Sachverhalten.
Die Ausgabe ist als qualitativ hochwertig anzusehen. Die Eigenleistung der Schüler ist gut erkennbar. Die Hilfe der Lehrkraft ist als „begleitend“ und „unterstützend“ zu werten. Sprache und Stil sind schülerrelevant und ansprechend.
Die organisatorische Leistung ist sehr anerkennenswert, denn das Aufgreifen der vielfältigen Themen erfordert ein hohes Maß an Teamarbeit und Organisationstalent.
Die Schülerzeitung versteht sich als Interessenvertretung der Schüler des Landesförderzentrums, die Schüler werden aufgefordert, eigene Beiträge und Themenvorschläge zu unterbreiten.
Insgesamt stellt dieser Beitrag eine hervorragende Leistung der Schüler des Landesförderzentrums mit dem Förderschwerpunkt „Hören“ dar.
Christine Kirchner
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
2. Preis in der Kategorie Förderschule: Schülerzeitung der Pestalozzischule aus Parchim
Sie heißen Janina, Christian, Steven, Denise, Marcus, Tobias, Marcel, Nick und Siegbert und können stolz sein, auf das, was sie geschafft haben.
Eine Schülerzeitung an einer Förderschule zu machen, ist nicht alltäglich und doch haben die Jugendlichen der 7a der Förderschule Parchim gute Texte wie in einer richtigen Zeitung versammelt. Wir finden Interessantes in den Hobbies der Autorinnen und Autoren, Interviews, Rätsel, Spass und wissenswerte Fakten über die Schule.
Angefangen hat es mit einem Projekttag bei der SVZ, danach purzelten die Ideen für eine eigene Zeitung nur so hervor. Um sich in der Zeitungslandschaft zu orientieren, lesen die Schülerinnen und Schüler jeden Montag morgen gemeinsam die SVZ, manchmal auch zusätzlich zwischendurch. Außerdem werden alle Beiträge gründlich miteinander besprochen.
So ist dieses Schulprojekt nicht nur eines, dass Leser außerhalb der Redaktion informiert und unterhält, sondern vor allem eines, bei dem die Macherinnen und Macher viel lernen.
An der kleinen Schule konnten etwa 35 Exemplare für jeweils 20 Cent verkauft werden, ein toller Erfolg! Wir wünschen den Parchimern viel Erfolg und das „Nichtendenwollen“ der Ideen für neue Beiträge.
Ulrike Gisbier
Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Lobende Erwähnung für die Zeitung "Das bunte Jahr" der Schule zur individuellen Lebensbewältigung Ferdinandshof
Die ersten Meter auf dem Fahrrad sind die wackeligsten und man verliert bestimmt gerade dann das Gleichgewicht, wenn besonders viele Nachbarn zu schauen. Und wie widerspenstig kann der erste selbst gebackene Kuchen sein: Innen noch roh und außen schwarz verbrannt - und als Geburtstagskuchen ist er ungeeignet!
Etwas völlig Neues auszuprobieren erfordert besonders großen Mut. Denn man riskiert sich zu blamieren, wenn es schiefgeht. Außerdem muss über jede Kleinigkeit nachgedacht werden: „Wie tritt man die Pedale? Wohin dreht man den Lenker?“ Es funktioniert nichts automatisch und kein Handgriff ist selbstverständlich.
Ronny, Hannes, Tobias und Manuel, ihr habt euch mehr vorgenommen als nur einen Kuchen zu backen. Ihr habt euch getraut eine eigene Schülerzeitung zu gestalten – und zwar mit Erfolg! Ihr habt euch über viele Dinge wie den Namen der Zeitung, die verschiedenen Themen und sogar ein Impressum Gedanken gemacht und sie umgesetzt. Der Jury hat eure kleine Zeitung gut gefallen und sie spricht euch eine lobende Erwähnung für eure Schülerzeitung und euer Engagement aus.
Ich wünsche euch viel Erfolg beim Gestalten der nächsten Ausgaben und würde mich freuen eure Zeitung im nächsten Wettbewerb wiederzutreffen.
Caroline Arndt
Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Lobende Erwähnung für die „Klosterspatzen“ der Schule zur Individuellen Lebensbewältigung aus Dobbertin
Mut und Lust, etwas Neues auszuprobieren, sind die wichtigsten Grundlagen für Schreiberlinge. Gerade im Bereich Förderschulen ist beides eher dünn gesät. Wir freuen uns daher, dass die Klosterspatzen aus Dobbertin mitgemacht haben.
Das kleine Blatt wird von uns als Jury gelobt, weil wir ahnen, wie schwer es in eurem Alltag ist, so ein großes Vorhaben wie eine Schülerzeitung auf den Weg zu bringen. Wir würdigen mit diesem lobenden Text eure Ideen, eure Ausdauer und euer Engagement bei der Erstellung der Zeitung aus dem diesjährigen Wettbewerb. Wir wünschen uns und euch, dass noch viele Ausgaben folgen und dass ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Alles Gute!
Ulrike Gisbier Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Teilnehmer
Gymnasium
- Goethes Faust (Goethe-Gymnasium Schwerin)
- Goethes Faust (Goethe-Gymnasium Demmin)
- McFritz (Gymnasium Fridericianum Schwerin)
- Stichling (Gymnasium Friderico-Francisceum Bad Doberan)
- Spoko (Deutsch-Polnisches Gymnasium Löcknitz)
- Unique (Eldenburg-Gymnasium Lübz)
- Carpe Diem (Lessing-Gymnasium Neubrandenburg)
- Exmonte (Gymnasium am Sonnenberg Crivitz)
- Immens (Goethe-Gymnasium Schwerin)
- Kleinkariert (Kooperative Gesamtschule Altentreptow)
Regionale Schulen
- Morgens halb acht (Nordlicht-Schule Rostock)
- The Sweet Plappermäuler (RS Thomas Müntzer Güstrow)
- Pfiffikus (RS Zehna)
- Schüler news for kids (RS Neukloster)
- Knuutsch (Siemens-Schule Schwerin)
- Skyline (RS Klütz)
- Treffpunkt Schule (RS Theodor Körner Picher)
- School Express (RS Walter Husemann Goldberg)
- Starter (Berstein Schule Ribnitz/ Dammgarten)
- Schüler und Co. (KGS Altentreptow)
- Hagebutte (Don-Bosco-Schule Rostock)
- Schülerzeitung (Freie Schule Rerik)
- Gingster Welle (RS Gingst)
- Einstein-News (RS Albert Einstein Torgelow)
Grundschulen
- Der kleine Greif (GS Greif Greifswald)
- Brit (GS Tutow)
- Schülerzeitung (GS Rosenow)
- Kidskäseblatt (Friedensschule Schwerin)
- Kids Blitz (GS West Parchim)
- Die Schreibfeder (GS am Mueßer Berg)
- Kiebitz (GS Dr. Otto Steinfatt)
- Schülerzeitung Don Bosco (GS Don Bosco Rostock)
- Schuligel-Zeitung (GS Jarmen)
- Fritzchen (GS Fritz-Reuter Schwerin)
- Für uns – von uns - mit uns (GS Neu Kaliß)
- Fuchsi (GS Neuburg)
- Lindenblatt (Werner-Lindemann-Schule Rostock)
- Tarnowkids (GS Rudolf Tarnow Rostock)
- Stensen-Kurier (Nils-Stensen-Schule Schwerin)
- Käthe Kids (GS Käthe Kollwitz Greifswald)
- Das spaßige Schulmagazin (Schule am Friedensring Wittenburg)
- Lööv-Anwieser (Montessori-Schule Schwerin)
- Paule (Neumühler Schule Schwerin)
- Regenbogenblitz (GS Mirow)
Förderschulen
- Das bunte Jahr (Schule zur individuellen Lebensbewältigung Ferdinandshof)
- Schülerzeitung (Allegemeine Förderschule Pestalozzi)
- Schülerzeitung (Landesförderzentrum FS Hören)
- Klosterspatzen (Schule zur individuellen Lebensbewältigung Dobbertin)
4. Landesweiter Schülerzeitungswettbewerb 2008/09
2008 nahmen 31 Schülerzeitungen teil, davon
- 10 von Grundschulen,
- 6 von Förderschulen,
- 9 von Regionalen Schulen,
- 5 von Gymnasien und
- 1 von einer beruflichen Schule.
Eine Liste aller teilnehmenden Zeitungen befindet sich weiter unten.
In der Jury saßen Christine Kirchner (Bildungsministerium), Philip Schroeder (Schweriner Volkszeitung), Marina Spreemann (Nordkurier), Lennart Plottke (Ostsee-Zeitung), Johannes Wander („kleinkariert“, Preisträger des Vorjahres), Marieke Sobiech (Fotografin und Journalistin), Marie Kutzer (JMMV, Schülerzeitungsveteranin), Tino Höfert (JMMV, Schülerzeitungsveteran) und Patrick Schimpke (JMMV, Moderator der Beteiligungswerkstatt). Ausgeschrieben war neben den Preisen für die verschiedenen Schularten ein Sonderpreis für „kritische Recherche“, der dazu ermuntern sollte, vom Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch zu machen.
Die Preisverleihung fand diesmal in Schwerin statt. Über 100 ß-Macher und -Macherinnen waren zunächst Gast im Gebäude der Schweriner Volkszeitung. In zwei Gruppen stellten sich die Redaktionen gegenseitig ihre Zeitungen vor und konnten auch Profis von der SVZ Fragen stellen. Nach dem Mittagessen ging es dann mit der Straßenbahn 'rüber zum Schweriner Schloss, wo der mit bunten Kühen geschmückte Festsaal schon auf die flinken Schreiberlinge wartete. Vom Bildungsminister Henry Tesch, der als Schirmherr des ß-Wettbewerbs fungierte, durften alle Preisträger persönliche Glückwünsche entgegennehmen:
Preisträger + Laudationes in der Kategorie Grundschulen
1. Preis: „BRIT“ von der Grundschule Tutow
Laudatorin: Marieke Sobiech, Fotografin und Journalistin
Liebe Brit,
Mensch, bist du groß geworden. Es ist schon eine ganze Weile her, als ich dich das erste Mal in den Händen hielt. Damals warst du nur halb so groß und hast nicht einmal ein Viertel von dem gewogen, was ich heute sehe.
Jetzt bist du voll mit spannenden Inhalten, deine Artikel sind von Schülern, teils sogar auf dem Computer, geschrieben, und zeigen zusammen mit vielen Fotos, was an deiner Schule so alles passiert. Selbst die Rätsel sind keine Kopien mehr aus anderen Zeitschriften, sondern selbst entworfen. Du hast mittlerweile, wie es sich für eine richtige Schülerzeitung gehört, ein Inhaltsverzeichnis, ein Impressum, und sogar ein Vorwort. Da kann sich manch erwachsene Schülerzeitung wirklich noch etwas abgucken.
Liebe Brit, du bist jetzt vier Jahre alt und wirst mit jeder Ausgabe größer und besser. Dabei geholfen haben deine Redakteure Lisa, Lilly, Pia Luisa, Til, Paul und Philip und die Lehrerin Frau Sägebrecht. Die Jury des 4. ß-Schülerzeitungswettbewerbs freut sich sehr, dass ihr unsere Anmerkungen und die gemeinsamen Ideen aus den vergangenen Jahren aufgegriffen und umgesetzt habt – ein tolles Ergebnis ist dabei herausgekommen. Wir gratulieren euch und der Grundschule Tutow zum ersten Preis der Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern. Herzlichen Glückwunsch!
2. Preis: „Stensen-Kurier“ von der Niels-Stensen-Grundschule Schwerin
Laudator: Philip Schroeder, Redakteur SVZ Schwerin
Der „Stensen-Kurier“, der an der Niels-Stensen-Schule in Schwerin erscheint, ist ein alter Bekannter beim Schülerzeitungswettbewerb. Auch diesmal haben die Zweit-, Dritt- und Viertklässler die Jury des Wettbewerbes überzeugt.
Es ist ein richtiges kleines Magazin, dass die Stensen-Schüler da regelmäßig auf die Beine stellen. Ein Titel-Thema gibt es und verschiedene weitere Stücke, die alle auf dem Titelbild angerissen werden – in klarer Hierarchie. Jeder Leser weiß also sofort, was in der aktuellen Ausgabe wartet. In der bewerteten Ausgabe haben die Redakteure des „Stensen-Kurier“ mit einer Titelgeschichte über die älteste Lehrerin an ihrer Schule und einem Special über alte Zeiten, etwa das antike Rom oder das Alte Ägypten, einen sehr guten Eindruck gemacht. Es gibt aber auch kurze Meldungen und Interviews aus dem Schulgeschehen, Rätsel und Witze.
Der „Stensen-Kurier“ entsteht im Rahmen eines „ZA“, wie an der Stensen-Schule die von Eltern geleiteten „Zusätzlichen Unterrichtsangebote“ oder Arbeitsgemeinschaften heißen. Wer ins Impressum guckt, sieht: Offenbar haben sich die Nachwuchs-Redakteure eine Profi-Journalistin als Unterstützung geholt. Das ist völlig okay. Auch okay ist, dass in diesem Blatt viele krakelige Zeichnungen und noch schräge Collagen-Layouts zu finden sind. Denn der „Stensen-Kurier“ ist immer noch eine von Kindern für Kinder gemachte Zeitung. Eine zudem gut gemachte Zeitung. Dafür gibt es im Schülerzeitungswettbewerb 2009 den zweiten Preis in der Kategorie Grundschulen. Herzlichen Glückwunsch.
3. Preis: „Paule“ von der Neumühler Schule Schwerin
Laudator: Johannes Wander, Preisträger des Vorjahres mit der Schülerzeitung „kleinkariert“
10 Jahre Neumühler Grundschule Schwerin! Grund genug für die „Paule“-Redaktion, bestehend aus Schülern der 3. und 4. Klasse, die Entwicklung der Schule und ihrer Schüler etwas genauer zu betrachten, zu fragen: „Was gefällt euch an unserer Schule?“ und über das Kinderfest anlässlich des Jubiläums zu berichten.
Aber auch Nachrichten außerhalb der Schulwände werden von den Redakteuren aufgegriffen und bearbeitet: So finden sich Artikel zur Wahl Obamas oder der gegenwärtig stattfindenden Bundesgartenschau in Schwerin im Heft wieder. Ein Heft, das zu alldem noch mit einem schönen und konsequent durchgehaltenen Layout glänzt und in Farbe erscheint. Die selbst gemalten Bilder auf dem Titel und in der Zeitung runden das Bild zusammen mit handschriftlich verfassten Artikeln ab und machen den „Paule“ zu einer vielfältigen, sehr gelungenen und vor allem authentischen Grundschulschülerzeitung!
Auch strukturell beeindruckt die „Paule“-Redaktion: Wöchentliche Treffen, Diskussionen zu den einzelnen Artikeln mit späterer Überarbeitung oder auch ein eigenes Fotoarchiv können sich sehen lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sowas nicht einmal alle gymnasialen Schülerzeitungen organisiert bekommen.
Gratulation zu eurer Arbeit und dass das Schülerzeitungsprojekt an eurer Schule schon seit einigen Jahren so toll funktioniert! Wir als Jury wollen das mit einem hart umkämpften 3. Platz für euch würdigen. Herzlichen Glückwunsch.
Sonderpreis „Schulreporter“: „Schülerzeitung“ der M.-A.-Nexö-Grundschule Greifswald
Laudator: Tino Höfert, Schülerzeitungsveteran und Vorstandsmitglied im JMMV
Zwei der wichtigsten Kategorien für die Jury des Schülerzeitungswettbewerbs sind die Darstellung des Schullebens und das Wirken als Interessenvertretung für die Schülerschaft. Natürlich sollen unsere jungen Blattmacher auch den Blick über den Tellerrand wagen. Doch was sie so einzigartig macht, ist das Auge auf die eigene Suppe: Die Artikel und Beiträge, die das tägliche Geschehen an der Schule festhalten, widerspiegeln und kommentieren. Der Schülerrat der Greifswalder Nexö-Schule weiß, wie das funktioniert:
Ihre Schülerzeitungsseiten werden von allen Klassen mitgestaltet und so ist vom ABC-Schützen bis zum angehenden Nachwuchsphysiker für jeden etwas dabei.
Umfangreich und locker informieren sie über Schülervertreter, Projekttage und Angebote der Halbtagsschule. Wer sich in der Pause austoben will, kann sich an den vielen Rätseln erfreuen oder mit der exklusiven Ergebnistabelle bei der Nexö-Fussballliga mitfiebern. Und auch mit euren Tipps zu Kummertelefonen und Chat-Sicherheitsregeln zeigt ihr, wie wichtig ihr eure Rolle als Schulreporter seht.
Wir drücken euch die Daumen, dass ihr weiterhin so motiviert und kreativ eure Mitschüler informiert. Und wenn ihr dann bald schon einen „richtigen“ Namen habt, sehen wir uns sicherlich beim nächsten Wettbewerb wieder. Doch nun: Kompliment und Applaus zum Sonderpreis „Schulreporter“ für die Schülerzeitung der Nexö-Grundschule Greifswald!
Preisträger + Laudationes in der Kategorie Förderschulen
1. Preis: „Schülerzeitung“ der Pestalozzischule Parchim
Laudator: Johannes Wander, Preisträger des Vorjahres mit der Schülerzeitung „kleinkariert“
Weihnachten in Russland, Polen, der Türkei und England; Informationen über die neue Hausordnung; ein Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin – die Novemberausgabe der Schülerzeitung Pestalozzischule Parchim bietet ihren Lesern so einiges und lässt mit Sicherheit keine Langeweile aufkommen. Mit vielen Ideen und einem großartigen Schulbezug erstellt die Redaktion eine Zeitung, die jeden Schüler über wichtige, aktuelle Themen vor Ort informiert und zum Nachdenken, Rätseln und auch Mitmachen anregt.
So wird zusammen mit der Leserschaft Name und Logo für das Blatt gesucht, werden neue Schüler vorgestellt und willkommen geheißen und über die vergangenen Projekttage berichtet.
Die zahlreichen Schriftbeiträge, eine breite Auswahl von journalistischen Stilformen und die aufwändige Setzung überzeugten uns. Ihr habt bewiesen, dass eine Schülerzeitung an einer Förderschule in keiner Weise anderen Zeitschriften an Regionalschulen, Gesamtschulen oder auch Gymnasien nachstehen
muss!
Bewahrt euch eure Kreativität und tragt weiterhin Sorge, dass ein wichtiges Kommunikationsinstrument wie eure Schülerzeitung, besonders an einer Förderschule, weiterhin Bestand hat.
Den fleißigen Redakteuren der Pestalozzischule Parchim gebührt mit ihrer Arbeit in der Kategorie „Förderschulen“ der 1. Platz beim diesjährigen Schülerzeitungswettbewerb.
Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für die Zukunft!
2. Preis: „Der Kobold“ von der Förderschule Behrenhoff
Laudator: Patrick Schimpke, Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung beim JMMV
Bei Wikipedia steht: „Der Kobold ist ein Hausgeist, der das Haus schützt, aber seine Bewohner gerne neckt, allerdings ohne Schaden anzurichten.“ Ich weiß nicht, wie die Schüler der Förderschule „Am Park“ aus Behrenhoff darauf gekommen sind, ihre Schülerzeitung „Kobold“ zu nennen. Vielleicht passt der Name gut zu den Schülerinnen und Schülern dieser Schule. Vielleicht mögen sie es, ihre Lehrer und Kameraden öfter mal zu ärgern, und doch sind sie tief in ihrer Seele froh, dass es ihre Schule gibt.
Die Schülerzeitung „Kobold“ allerdings neckt oder ärgert niemanden. Sie informiert, und sie unterhält ihre Leser und Leserinnen. Der „Kobold“ ist dick, und man erfährt alles Wissenswerte über das Schulleben, oder zumindest fast alles. Außerdem gibt es Interviews, lehrreiche Rätsel, und man kann sogar Yoga mit dem Kobold lernen!
Besonders gefallen hat der Jury, dass viele Artikel wirklich die Handschrift der Schüler tragen. Sie wurden nicht von übereifrigen Lehrern sprachlich glatt gebügelt. Immerhin ist es eine Schülerzeitung! Schülerinnen und Schüler sind es auch, die im Kobold ihre Meinung sagen und aufklären, zum Beispiel Malte Krefta mit seinem Appell gegen das Rauchen. Oder Maik Boldog, der einen ganzen Artikel lang seine Mitschülerinnen und Mitschüler darauf hinweist, wieviel Glück sie eigentlich mit ihrer Schulleiterin Frau Schmid haben.
Sicher riskiert Maik damit, dass seine Mitschüler ihn einen Streber oder Lehrerliebling nennen. Maik, das finde ich wirklich mutig von dir, dass du trotzdem deine Meinung sagst.
Auf ein paar der interessanten Beiträge macht der Kobold schon auf seinem Titelblatt aufmerksam – so gehört es sich für eine gute Zeitung. Insgesamt freue ich mich, den Behrenhoffern jetzt zurufen zu können:
„Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Platz!!!“
3. Preis: „Das bunte Jahr“ von der Schule zur individuellen Lebensbewältigung Ferdinandshof
Laudator: Michael Seidel, Chefredakteur Nordkurier
Eintagsfliegen - damit geben sich die Ferdinandshofer nicht ab. Sie setzen lieber auf Dauerhaftes. Und so liegt nun auch schon die fünfte Ausgabe der Schülerzeitung „Das bunte Jahr“ zum Wettbewerb vor, die von der Abschluss-Stufe A3 gestaltet wird.
Und bunt ist euer Blatt tatsächlich. Es erzählt in Bildergeschichten vom Leben an der Schule, vom ZISCH-Projekt mit dem Nordkurier etwa oder vom Tag der offenen Tür. Der Leser sieht der Zeitung sofort an, dass ihr als Redakteure euch bei jedem Ereignis an der Schule Gedanken gemacht habt, wie ihr in eurem Heft davon berichtet.
Besonders gefallen hat der Jury auch der Beitrag über das Energie-Projekt. Sehr anschaulich ist in Wort, Bild und grafischen Elementen gezeigt, wie viel Wasser manchmal nur beim Händewaschen gedankenlos verschwendet wird.
Dass die Reaktion auf euer Blatt in der Schule noch nicht ganz so groß ist wie erhofft, sollte euch nicht entmutigen. Gut Ding will eben Weile haben. Herzlichen Glückwunsch zum 3. Platz beim Schülerzeitungswettbewerb!
Preisträger + Laudationes in der Kategorie Regionale Schulen
1. Preis: „Knuutsch“ von der Werner-von-Siemens-Schule Schwerin
Laudator: Philip Schroeder, Redakteur SVZ Schwerin
Als Au-Pair in die USA, ein Interview mit einem eben nicht rechtsextremen Skinhead, ein Erfahrungsbericht aus der „Emo“-Szene und mit den Tattoos natürlich das Thema Body-Art, ein sehr persönliches Interview über Beziehungen, ebenso aber ein Stück über Barack Hussein Obama, ein Erfahrungsbericht aus dem Kindergartenpraktikum, ein Stück über den Projekttag und so weiter und so fort… Es ist ein ziemlich vielfältiges Angebot, dass die Redaktion der „Knuutsch“ an der Schweriner Werner-von-Siemens-Schule für die Novemberausgabe zusammengestellt hat. Das ist schon mal beeindruckend.
„Knuutsch“ war schon mehrfach beim Schülerzeitungswettbewerb dabei und die Jury kann deshalb sehr wohl erkennen, dass die Redaktion stets daran arbeitet, ihr Blatt weiter zu entwickeln. Die Schülerzeitung mit einer Auflage von 70 bis 100 Exemplaren entsteht als Produkt eines Wahlpflicht-Kurses der 10. Klasse und stemmt volle vier Ausgaben pro Jahr. Respekt! Die „Knuutsch“-Redaktion hat sogar einen eigenen Raum samt Computertechnik.
Was der Jury gefallen hat? Die Vielfalt der Themen natürlich, aber auch, dass die Artikel in eine klare Ressortstruktur eingeordnet werden. Viele Stücke sind aus der Ich-Perspektive geschrieben, das klingt ungewohnt. Wir fanden die Texte authentisch, spannend, interessant und nah am Leser. „Knuutsch“ bietet eine Menge Lesestoff, vier mal im Jahr interessante Themen und einen ungewohnten Ton. Das ist der Jury den ersten Preis in der Kategorie Regionale Schulen wert.
Herzlichen Glückwunsch.
2. Preis: „ClaRo“ von der Regionalen Schule Lübtheen
Laudator: Patrick Schimpke, Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung beim JMMV
Sollte ich die ClaRo mit zwei Wörtern beschreiben, es wären die Wörter: Gute – Laune. Bereits durch ihr peppiges, knallbuntes Layout steckt diese Zeitung die Leser mit ihrer Fröhlichkeit an. Und wenn man die ClaRo liest, findet man fast alles, was Spaß macht: Quizfragen, CD-Tipps, Grüße von Schülern an Schüler, Witze und – sogar eine komplette Foto-Story! Bemerkenswert ist, dass sich die Redaktion der Regionalen Schule Lübtheen nicht mit 08/15-Überschriften zufrieden gibt. So heißt der Bericht über das Sportfest natürlich nicht „Unser Sportfest“, was gähnend langweilig wäre, sondern „Schulrekorde trotz Sauwetter“. Das motiviert zum Lesen. Besonders, wenn es so knallig layoutet ist, wie es ist.
Sicher könnten die Artikel ausführlicher sein. Lange Texte sind nicht die Stärke der ClaRo. Aber dafür sind die Texte, die drin sind, ausgezeichnet formuliert. Qualität statt Quantität – das ist die Stärke der ClaRo. Von den meisten anderen Zeitungen heben sich die Lübtheener außerdem durch eine Seite ab, auf der Schüler mal so richtig ihre Meinung sagen können. In der Dezember- Ausgabe zum Beispiel hält Max Neumann seinen Finger in die Wunde. Schonungslos beschreibt er den schlechten Zustand der Lübtheener Skaterbahn. Das finden wir gut, denn wir glauben, dass Schülerzeitungen mehr zu sagen haben als „wir sind mit allem zufrieden!“ Denn wenn Probleme von niemandem ausgesprochen werden, dann werden sie auch erst recht von niemandem gelöst. Wir hoffen, dass sich auch andere Zeitungen davon inspirieren lassen, so dass auch sie sagen, was ihnen stinkt. Gute Argumente dürfen dabei natürlich nicht fehlen.
Innerhalb von nur 2 Monaten hat die Redaktion der Regionalen Schule Lübtheen eine ausgewogene, witzige Zeitung hergestellt. Wir gratulieren herzlichst zum verdienten 2. Platz!
3. Preis: „Blind Date“ von der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neukloster
Laudatorin: Christine Kirchner, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V
Sehr originell ist der gewählte Name der Schülerzeitung „Blind Date“ - er zeigt, wie selbstbewusst und humorvoll die Schülerinnen und Schüler sind. Die Redaktion bezieht den Schulalltag aller Schularten der Landesschule thematisch in die Zeitung mit ein. Durch die Inhalte werden alle Schülerinnen und Schüler über Projekte, Vorhaben und besondere Höhepunkte informiert. „Blind Date“ spiegelt das gesamte schulische und außerschulische Leben der Schülerinnen und Schüler umfangreich wieder. Besonders hervorzuheben sind das Aufgreifen von Texten des Sängers „Sido“ sowie der kritische Umgang mit „DSDS - Kult oder Katastrophe?“ und die Einbeziehung von Schüler- und Lehrermeinungen hierzu aus dem „Briefkasten“.
Die Zeitung ist klar strukturiert; insgesamt greifen die Themen des Inhaltsverzeichnisses das Hauptthema dieser Ausgabe („Es gibt ein Leben nach der Schule“) immer wieder auf. Besonders gut gelungen sind die Interviews mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern.
Das Titelbild ist themenbezogen, es gibt einen gelungenen Wechsel von Bild und Text. Die äußerliche und bildliche Gestaltung einer Schülerzeitung stellt für die Schülerinnen und Schüler der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte eine besondere Herausforderung dar, die sie mit der vorliegenden Ausgabe gut bewältigt haben. Sprache und Stil sind schülerrelevant und ansprechend. Die Eigenleistung der Schülerinnen und Schüler kommt gut zum Ausdruck.
Es wird durch die Beiträge sehr deutlich, dass „Blind Date“ als Interessenvertretung aller Schülerinnen und Schüler der Landesschule dient.
Hervorzuheben ist auch der doppelte Aufwand der Veröffentlichung: die Zeitung wird den blinden Schülerinnen und Schülern als CD- Rom in gesprochener Form und schriftlich, als „klassische“ Schülerzeitung zugänglich gemacht.
Preisträger + Laudationes in der Kategorie Gymnasien
Hier wurde diesmal kein erster, sondern zwei zweite Preise verliehen. Die letzten noch vorhandenen Schwächen zu beheben und dann beim nächsten Mal verdient auf Platz 1 zu liegen – dazu ermunterte die Jury beide zweitplatzierten Redaktionen. Nichtsdestotrotz verdienen sie auch jetzt schon große Anerkennung, wie die Laudationes beweisen.
2. Preis: „Steinzeit“ vom Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg
Laudator: Michael Seidel, Chefredakteur Nordkurier
Manchmal muss eine Veränderung einfach sein - und auch der „Steinzeit“ hat das neue Kostüm gut getan. Aber nur den Look aufzupeppen, das kann auch leicht zur Mogelpackung werden. Deshalb ist es super, dass ihr auch Wert auf Neues im Innenleben eures Blattes gelegt habt.
Ein Freiheitsheft - in dem das Thema Freiheit in vielen Facetten beleuchtet wird - die Idee hat bei der Jury Anerkennung gefunden und euch auf den 2. Platz des Schülerzeitungswettbewerbs gebracht. Ein toller Erfolg und vielleicht auch ein Ansporn, am Ball zu bleiben, um beim nächsten Mal den Sprung ganz nach vorn an die Spitze zu schaffen.
Ein kleiner Tipp: Schülerzeitungsredakteure sollen den Blick natürlich über den Tellerrand heben - aber sie dürfen auch in der eigenen Schule, im eigenen Lebensumfeld den Finger kritisch auf die Wunde legen. Was haben zum Beispiel Kopfnoten mit Freiheit zu tun?
Themen gibt es ganz bestimmt noch jede Menge für euch, also keine Scheu. Aber das kann bis morgen warten, heute wird erst mal gefeiert – herzlichen Glückwunsch zu eurem 2. Platz.
2. Preis: „Stichling“ vom Friderico Francisceum Bad Doberan
Laudatorin: Marieke Sobiech, Fotografin und Journalistin
Der „Stichling“ ist besonders. Speziell. Jedes Jahr, wenn mir der Postbote im Dezember das einzige Paket in der Weihnachtszeit bringt, das JMMV-Päckchen mit den Schülerzeitungen des Wettbewerbs, fällt mir beim ersten Durchstöbern automatisch der „Stichling“ in die Hände. Das liegt nicht nur am handlichen Format, mit dem es der „Stichling“ irgendwie immer schafft, zwischen den „Großen“ durchzurutschen, nein, eher sich durchzudrängeln. Das liegt immer auch am ansprechenden Titel mit seinen verheißungsvollen Themen und der durchgängig professionellen Aufmachung, die unter den Schülerzeitungen in MV in dieser Art immer noch ziemlich einzigartig ist.
Klar, dem „Stichling“ sieht man an einigen Stellen an, welche Zeitschriften seine Macher sonst noch so in ihrer Freizeit lesen. Und vielleicht steckt in dem ein oder anderen Bad Doberaner Redakteur durchaus die - nicht aussichtslose - Ambition, irgendwann die eigenen Texte im „big brother“ „Neon“ zu lesen. Doch der „Stichling“ hat jenseits aller inspirierenden Einflüsse von außen sein eigenes, kantiges Profil. Und das seit vielen Jahren. Diese Kontinuität beizubehalten ist gerade bei Schülerzeitungen immens schwer - und daher umso bewundernswerter. Dieses „da weiß man, was man hat“ zeigt sich in gelungenen, sehr kreativen Überschriften, in einer gut besetzten Fotoredaktion und vor allem in anspruchsvollen Themen, die anschaulich und verständlich überregionale und internationale Inhalte vermitteln, die manchmal nicht einmal die „Tagesschau“ bringt.
Liebe Stichlinge, ihr wisst, dass ihr gut seid. Aber seht den heutigen Preis auch als Ansporn. Als Ansporn, den ein oder anderen Text etwas objektiver zu gestalten, bei der Themenfindung die Geschichten vor der Haustür nicht außer Acht zu lassen, und als Plädoyer für eine zweite Rechtschreibkontrolle. Dann kann ich mich im kommenden Dezember wieder über ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk freuen. Die Jury des 4. ß-Schülerzeitungswettbewerbs gratuliert der „Stichling“-Redaktion des Gymnasiums Friderico Francisceum in Bad Doberan zum zweiten Platz der Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern. Herzlichen Glückwunsch!
3. Preis: „ecole-Ah!“ von der ecolea – Internationale Schule Schwerin
Laudator: Patrick Schimpke, Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung beim JMMV
Die Preisträgerin des dritten Preises in der Kategorie „Gymnasien“ ist eine ungewöhnliche gymnasiale Schülerzeitung. Das hat viel damit zu tun, dass sie an einem ungewöhnlichen Gymnasium entsteht. Zum Beispiel wird an der Schweriner ecolea-Schule in zwei Sprachen unterrichtet. Die ecolea ist auch nicht vom Staat gegründet worden, sondern von Privatleuten. Vor allem gibt es sie noch nicht einmal seit vier Jahren. Deshalb gibt es an der Schweriner ecolea bis jetzt auch bloß fünfte bis achte Klassen, keine älteren. Dass die Zeitung der ecolea, die ecole-Ah!, von einer relativ jungen Redaktion gemacht wird, wissen wir zu schätzen. Nun könnte man denken, jüngere Kinder und Jugendliche würden sicherlich viel weniger Artikel pro Ausgabe schreiben als ihre älteren Kollegen aus anderen Zeitungen. Die 5. Ausgabe der ecole-Ah! versteht es, mit ihren siebenundzwanzig unterschiedlichen Beiträgen dieses Vorurteil zu widerlegen. Wer sie gelesen hat, weiß alles, was in der letzten Zeit in der Schule passiert ist. Damit hat die ecola-Ah! ein wichtiges Ziel von Schülerzeitungen erreicht. Außerdem erfährt der Leser aber auch Interessantes, das nichts mit der Schule zu tun hat. Zum Beispiel, dass es nicht nur Olympia und die Paralympics gibt, sondern auch olympische Spiele für gehörlose Sportler und sogar für geistig behinderte Menschen. Das Ganze ist mit vielen guten Fotos illustriert, die auch layoutmäßig passend in den Text eingearbeitet sind. Wo es wichtig ist, finden wir treffende Bildunterschriften. Sehr witzig und originell fanden wir die letzte Seite mit dem Test „Wie gut kennt ihr eure Lehrer?“ Er funktioniert so: Auf der Seite sieht man selbst gemalte Bilder von fünf Lehrern. Sie sind beschriftet mit a), b), c), d) und e). Man muss nun sehr unterschiedliche Fragen beantworten wie: „Welcher dieser Lehrer kann allen Lehrern auf den Kopf spucken, weil er so groß ist? Welcher dieser Lehrer sagt gerne das Wort 'jetze'? Welcher hat immer Ohrringe an, die zum Outfit passen?“ Und so weiter.
Bei so viel Lesespaß, Information und Fleiß können wir zu eurer Zeitung wirklich nichts anderes sagen als „ecole-Aaaaah!!!!“
Preisträger + Laudationes in der Kategorie berufliche Schulen
1. Preis: „IT-Spicker“ vom IT-College Putbus
Laudator: Tino Höfert, Schülerzeitungsveteran und Vorstandsmitglied im JMMV
Ein wenig überrascht waren wir als Jurymitglieder ja schon: Nur EINE EINZIGE Schülerzeitung der Berufsschüler in MeckPomm erreichte unser JMMV-Büro Ende November, um am Wettbewerb teilzunehmen. Die Jury hätte es sich durchaus einfach machen können: „Nur eine einzige Einsendung? Na gut, dann ist das halt die Erstplatzierung.“ Denn ohne Konkurrenz auch kein Konkurrenzkampf. Punkt. Aus. Ende.
Doch dem war nicht so. Glücklicherweise wissen die Berufsschüler von Deutschlands größter Insel, was eine gute Schülerzeitung ausmacht: Interessante Artikel und ein frisches Layout. Vielfarbig, elegant und professionell gestaltet präsentiert sich der „IT-Spicker“ seinen Lesern.
Knackig zeigt er, was seine Macher bewegt: Unter Titeln wie „Hausordnung – Pflicht oder Unsinn?“ oder „Immer dieser Einheitsbrei“ setzen sich die jungen Redakteure kritisch und umfangreich mit aktuellen Themen auseinander. „Wir informieren euch“ – das ist euer Slogan. Wir möchten gern noch mehr von euch informiert werden, denn die Goldmedaille hat sich der „IT-Spicker“ – trotz fehlender Konkurrenz – redlich verdient. Wir sind gespannt auf eure Zukunft. Herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz in der Kategorie Berufsschule!
Preisträgerin + Laudatio des Sonderpreises „Kritische Recherche“
1. Preis: „Und keiner kennt PISA“ von Helene Utpatel (Stichling, Friderico Francisceum Bad Doberan)
Laudatorin: Marieke Sobiech, Fotografin und Journalistin
Ein mulmiges Bauchgefühl breitet sich aus, als ich den Artikel „Und keiner kennt PISA“ von Helene Utpatel lese. Ein Jahr lang war das Redaktionsmitglied des „Stichling“, der Schülerzeitung des Bad Doberaner Gymnasiums Friderico Francisceum, als Austauschschülerin in Schweden, dem Land, bei dem das Kopfkino automatisch rote Holzhäuser und viel, viel Wasser abspult. Nach der Rückkehr schildert Helene ihre Erfahrungen in einem fremden Schulsystem, das ihr scheinbar viel näher und besser liegt als das eigene, das deutsche. Beim Lesen der Unterschiede zwischen deutschen und schwedischen Lehrmethoden geht das Kopfkino weiter und unangenehme Erinnerungen kommen hoch: Die Rede ist a) vom hektischen Durchblättern der Hefter in der viel zu kurzen Pause, um sich b) in letzter Sekunde auf die immerfort drohenden mündlichen Leistungskontrollen erfolglos vorzubereiten, nachdem sich c) die Inhalte aus dem monotonen Vortrag der letzten Stunde verzweifelt gegen die Festsetzung im Hirn gewehrt haben. Sie erzählt von der Einteilung der Schüler in „schlau, halbschlau und weniger schlau“. Na, erkannt? Richtig, hier spricht die Autorin vom deutschen Bildungssystem. Helene vergleicht dieses mit ihrem schwedischen Schulalltag auf Zeit - und der klingt so viel besser. Ein Beispiel: „In Deutschland gibt der Lehrer sein Wissen an die Schüler weiter - in Schweden wird es sich gemeinsam erarbeitet“. So hätte ich mir das damals auch gewünscht, signalisiert mein Bauch, der sich nur mühsam beim Gedanken an vergangene Schulzeiten wieder beruhigt.
Was mein Kopf sich indes beim Lesen gewünscht hätte, wäre eine etwas differenziertere Darstellung des deutschen Bildungssystems, auch der Lösungsansätze, um die sich die Verantwortlichen hierzulande bemühen. Der Text indes lebt vor allem von der eigenen Meinung der Autorin, von den Kommentaren, die naturgemäß die Sache ganz subjektiv darstellen. So fehlt dem Artikel zwar an manchen Stellen ein etwas tiefergehender Kontext, doch Helene macht auf unterhaltsame Weise ein elementares Thema greifbarer und transportiert mit ihrer bildhaften Sprache die alltäglichen Sorgen deutscher Schüler. Genau das kommt in Schülerzeitungen häufig viel zu kurz. Helene Utpatel erhält für ihren Artikel „Und keiner kennt PISA“, erschienen in der Winterausgabe 2008 des „Stichling“, von der Jury des 4. Schülerzeitungswettbewerbs den Sonderpreis für „Kritische Recherche“. Herzlichen Glückwunsch!
Liste aller teilnehmenden Zeitungen:
Grundschulen
- BRIT (Grundschule Tutow)
- Friedenspost (Friedensschule Schwerin)
- Kiebitz (Dr.-Otto-Steinfatt-Grundschule Wittenförden)
- Nordbote (Grundschule Ost Neubrandenburg)
- Paule (Neumühler Schule Schwerin)
- Schülerzeitung (M.-A.-Nexö-Grundschule Greifswald)
- Smily (John-Brinckman-Grundschule Rostock)
- Stensen-Kurier (Niels-Stensen-Grundschule Schwerin)
- Tarnowkids (Rudolf-Tarnow-Grundschule Rostock)
- Taschenbote (R.-Bartels-Grundschule Schwaan)
Förderschulen
- Das bunte Jahr (Schule zur individuellen Lebensbewältigung Ferdinandshof)
- Das Schülerblatt (Sprachheilpädagogisches Förderzentrum Schule Am Alten Markt Rostock)
- Der Kobold (Förderschule Behrenhoff)
- Filofax (FIL Zirchow)
- Klosterspatzen (Sil-Dobbertin-Schule)
- Schülerzeitung (Pestalozzischule Parchim)
Regionlae Schulen
- Blind Date (Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neukloster)
- ClaRo (Regionale Schule Lübtheen)
- Gingster Welle (Regionale Schule Gingst)
- Hagebutte (Don-Bosco-Schule Rostock)
- Inselgörn (Regionale Schule Vilte)
- Knuutsch (Werner-von-Siemens-Schule Schwerin)
- Schüler News for Kids (Regionale Schule Neukloster)
- Schülerzeitung (Neumühler Schule Schwerin)
- Schulrettungsring (Schule am Gotthunskamp Röbel/Mürit
Gymnasien
- ecole-Ah! (ecolea – Internationale Schule Schwerin)
- Exmonte (Gymnasium Am Sonnenberg Crivitz)
- Steinzeit (Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg)
- Stichling (Friderico Francisceum Bad Doberan)
- Unique (Eldenburg-Gymnasium Lübz)
Berufliche Schulen
- IT-Spicker (IT-College Putbus)
Medienpartner und Sponsoren waren:
Medienpartner:
- Nordkurier
- Ostsee-Zeitung
- Schweriner Volkszeitung
Sponsoren:
- Deutsches Jugendherbergswerk
- FC Hansa Rostock
- Hansano
- Ozeaneum Stralsund
- Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern e.V.
- Phänomenta Usedom
- Schmetterlingsfarm Trassenheide
- Volkstheater Rostock
- Zoo Rostock